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Rivista Antonianum
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Foto Stamm Heinz-Meinolf , Recensione: Os sacramentos da iniciagńo cristń: estudo interdisiplinar: III Jornadas de direlto can÷-nico, 23-26 de Abril de 1995, Fatima (Lusitania canonica, n. 2), ed. Universi-dade Cat÷lica Portuguesa: Centro de Estudos de Direito Can÷nico, coord. Manu, in Antonianum, 73/1 (1998) p. 187-189 .

Vom 23. bis 26.4.1995 führte das Zentrum für Studien zum Kirchenrecht an der Portugiesischen Katholischen Universität Lissabon die dritte Kirchenrechtsta­gung durch, und zwar unter dem Thema: «Die Sakramente der christlichen Initia­tion». Als Referenten waren nicht nur Kanonisten, sondern auch Theologen, Pa­storaltheologen und sogar ein Presbyter der Protugiesischen Katholisch-Aposto­lisch-Evangelischen Kirche eingeladen. Die fünfzehn Referate sind im vorliegenden Band zusammengefaßt: Jose Jacinto Ferreira de Farias (Theol. Fak. Lissabon), «Sacramentos da iniciagäo e maturidade cristä» (S. 11-34); Manuel Saturino da Co­sta Gomes (Dir. des Zentr. für Stud. zum Kirchenrecht), «Direito aos sacramentos na Igreja» (S. 35-56); Silverio Benigno Pires (Gerichtsvikar der Diöz. Bragan<ja-Mi-randa), «A preparagäo pastoral para os sacramentos da iniciagäo cristä» (S. 57-67); Jose Antonio Gomes da Silva Marques (Gerichtsvikar der Erzdiöz. Braga), «O bap-tismo das criangas no novo Cödigo» (S. 69-86); Pedro Ferreira (Dir. des National­sekret, für Liturgie), «Baptismo e formagäo cristä dos adultos» (S. 87-100); Joaquim de Assuncäo Ferreira (Dir. des Sekret, für christl. Erziehung und Richter am Gericht der Diöz. Lamego), «Padrinhos de baptismo e confirmagäo» (S. 101-118); Manuel Pelino Domingues (Auxiliarbischof von Porto), «Confirmagäo: aspectos teolögicos mais relevantes» (S. 119-132); Manuel Pinho Ferreira (Gerichtsvikar der Diöz. Aveiro), «A confirmagäo nas legislagöes da Igreja Latina e das Igrejas Orien­tais» (S. 133-152); Miguel Falcäo (Portug. Kanonistenvereinigung), «Eucaristia: im-plicacöes canönicas» (S. 153-193); Joäo Maria de Sousa Mendes (Richter am Ge­richt der Diöz. Heroismo), «Culto eucaristico fora da missa» (S. 195-219); Seba-stiäo Pires Ferreira (Generalvikar der Diöz. Viana do Castelo), «Estipendios, mis-sas plurintencionais, binagöes, trinagöes» (S. 221-258); Antonio Manuel Moiteiro Ramos (Präsid. der Katechistenvereinigung), «Sacramentos da iniciagäo cristä nos catecismos da infäncia e adolescencia» (S. 259-285); Antonio Monteiro (Bischof von Viseu), «Sacramentos da iniciagäo e pessoas com deficiencias» (S. 287-297); Alfredo Ferreira Diomsio (Dir. des Sekret, für Religionsunterr. der Diöz. Coim-bra), «Sacramentos da iniciagäo e ensino religioso» (S. 299-311); Nelson P. Horta (Presbyter der Portug. Kath.-Apost.-Evang. Kirche), «Iniciagäo cristä: condicöes canönicas para a sua realizacäo na Igreja Lusitana» (S. 312-322).

Einige Hinweise müssen genügen. Pinho Ferreira zeigt die Unterschiede zwi­schen der Lateinischen und den Orientalischen Kirchen in der Gesetzgebung zur Firmung auf. Der CIC charakterisiert in Anlehnung an «Lumen gentium» die Wir­kungen der Firmung als Integrierung und Vervollkommnung der sakramentalen Wirkungen der Taufe. Der gläubige Christ wurde durch die Taufe Mitglied des Volkes Gottes. Er kann aber noch dynamisch wachsen zur Fülle hin. Und dafür schenkt die Firmung die Gabe des Geistes, die die in der Taufe erhaltene konsti­tutionelle Beziehung zur Kirche vertieft und durch die neue Gnade Kraft zum Glaubenszeugnis und zur Mitarbeit an der Mission der Kirche verleiht. Es besteht somit zwischen Taufe und Firmung kein qualitativer Unterschied, sondern nur ein quantitativer hin zur Fülle, die in der Eucharistie ihre Vollendung findet. Im CCEO dagegen wird gemäß einer altkirchlichen Tradition (Eusebius Gallicanus, Pseudo-Melchiades usw.) deutlich zwischen Taufe und Firmung unterschieden. Während die Taufe auf der ontologischen Ebene der Person wirkt, liegen die Wir­kungen der Firmung auf der funktionalen Ebene des Handelns, und zwar zum bes­seren Zeugnisgeben und zur größeren Verantwortlichkeit bei der Auferbauung des Reiches Gottes. In der Lateinischen Kirche ist der Bischof der ordentliche Spender der Firmung, der Priester der außerordentliche Spender. In den Ostkirchen dage­gen ist der Priester der ordentliche Spender, der die Firmung normalerweise zu­sammen mit der Taufe spendet (nur aus schwerwiegenden Gründen dürfen Taufe und Firmung in getrennten Momenten gespendet werden).

Pires Ferreira befaßt sich mit den Meßstipendien, besonders mit der Mögli­chkeit der Kumulation von Intentionen in einer Messe. In der Regel kann für eine Messe nur ein Stipendium angenommen werden. 1984 entschied die Apostolische Poenitentiarie jedoch, daß in Ausnahmesituationen mit Zustimmung des Bischofs und mit vollem Einverständnis der Gläubigen auch mehrere Intentionen für eine Messe angenommen werden dürfen. Die Portugiesische Bischofskonferenz erließ daraufhin die Bestimmung, daß die Kumulation von Intentionen für die ärmeren Gegenden erlaubt werden kann, daß der Priester aber als sein Stipendium nur ei­nen Betrag bis zur Höhe der diözesanen Taxe behalten darf und daß alles eventuell überschüssige Geld an die Diözesankurie abzuliefern ist, «damit dafür hll. Messen in der Intention der Geber gelesen werden». Ausgenommen von der Erlaubnis wur­den die Requiems sowie alle testamentlichen und statutarischen Verpflichtungen.

Horta stellt in seinem Beitrag zunächst die Portugiesische Katholisch-Aposto­lisch-Evangelische Kirche vor. Sie wurde am 8.3.1880 auf einer Synode von Prie­stern gegründet, die die Katholische Kirche wegen des Dogmas von der päpstlichen Unfehlbarkeit verlassen hatten. Trotz eines starken evangelischen Einflusses durch den damals in Portugal wirkenden anglikanischen Kanoniker Thomas Godfrey Pembroke Pope, Kleriker der Irländischen Kirche, will die Portugiesische Kirche die katholische und apostolische Lehre fortsetzen, aber nicht in römischer Weise, sondern eben als Portugiesische Kirche. 1884 wurde der erste Livro de Oragäo Comum herausgegeben, der auf dem irländischen Book of Common Prayer basiert. Die kompetenten Autoritäten sind die Diözesansynode als gesetzgebendes Organ und der Bischof als Ordinarius der Diözese. Sodann erklärt Horta den Ritus der In­itiation in seiner Kirche. Die drei Sakramente sind wie in der Katholischen Kirche auch bei ihnen Sakramente, so daß die theologische Interpretation gleich ist. Bei den liturgischen Riten können sich Unterschiede zur Katholischen Kirche ergeben. So wird seit kurzem bei der Jugendlichen- und Erwachseneninitiation die Aposto­lische Tradition des Hippolytus von Rom zum Vorbild genommen: Ein Presbyter er­klärt der Gemeinde das Ereignis; ein zweiter Presbyter stellt die Fragen an die Täuflinge; ein Diakon tauft sie; der Bischof schließlich firmt sie und reicht ihnen die hl. Kommunion unter beiden Gestalten, sodann einen Kelch mit Wasser, der ihre Taufe versinnbilden soll, und einen weiteren Kelch mit Milch und Honig, der ein Zeichen für die Nahrung der für die Kirche Neugeborenen sowie für die Früchte des Verheißenen Landes sein will. Nach der antiken Praxis der Kirche ist die Firmung dem Bischof vorbehalten. Nach dem mit über alle Firmlinge ausge­streckten Armen gesprochenen Gebet bezeichnet sie der Bischof, unter Verwen­dung von Chrisamöl oder auch ohne, mit dem Zeichen des Kreuzes und legt jedem einzelnen die Hand aufs Haupt, wobei er Gott bittet, daß er diesen seinen Diener mit dem Hl. Geist stärke.

Diese wenigen, eher zufällig herausgegriffenen Gedankensplitter zeigen be­reits deutlich, welche Materialfülle hier zu den Sakramenten der Initiation ausge­breitet wird. Und überall wird der Leser zudem über die sehr lehrreichen portugie­sischen Besonderheiten in Kenntnis gesetzt.


 
 
 
 
 
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