Inizio > Pubblicazioni > Carbajo N˙˝ez Giovedì 26 novembre 2020

Informazione sulla pubblicazione:
Franziskanische Wirtschaft. Ein Vorschlag um aus der Krise Herauszukommen (printing)

 
 
 
 
Foto Carbajo N˙˝ez MartÝn , Franziskanische Wirtschaft. Ein Vorschlag um aus der Krise Herauszukommen (printing), Ed. Be&Be, Heiligenkreuz, 2020 .

Dieses Buch zeigt die Aktualität des franziskanischen Vorschlags auf dem Gebiet der Wirtschaft auf. Den Eingebungen ihres Gründers Franz von Assisi folgend, haben die Franziskaner vom 13. bis 15. Jahrhundert eine freie sowie geschwisterliche Wirtschaft vorgeschlagen und dazu ermutigt, eine solche Marktwirtschaft zu praktizieren. Diese Art von Wirtschaft widerspricht einer Wirtschaft der Effizienz, wie sie in der Zeit der jüdischen Wucherer vertreten war, die sich danach im kapitalistischen Wirtschaftssystem verfestigt hat.

 
Eine freie und geschwisterliche Wirtschaft
Der Franziskanerorden entstand in einem Augenblick tiefer sozioökonomischer Veränderung. Die mittelalterliche Gesellschaft, die fest strukturiert und geschichtet war, begann sich in einen viel anonymeren sozialen Kontext, der auf Effizienz aus war, umzuwandeln, in dem die wirtschaftlichen und unpersönlichen Beziehungen immer mehr wurden, ganz nach dem Motto: „Ich bezahle für eine Leistung, ohne eine Vertrauensbasis aufzubauen (Ich zahle dir und damit genug.)“. Die unfreiwillig Armen wurden mit Misstrauen beäugt und als Sozialschmarotzer verurteilt, denen kein Mitleid gebühre, sondern Verachtung, wie es der Puritanismus des 16. Jahrhunderts rechtfertigte.

Die jüdischen Wucherer verkörperten jene neue Wirtschaftsstruktur, die vor allem individualistische Interessen und die Gewinnmaximierung verfolgte. Diese Tendenz führte zum gegenwärtigen kapitalistischen Wirtschaftssystem, das vor allem anderen nach Effizienz strebt. Der Wettbewerb (cum-petere) beendete das Streben nach der besten Lösung und einer geeigneten Antwort für das umfassende Gesamtwohl, um zu einem grausamen Interessenskrieg sowohl auf individueller als auch auf staatlicher Ebene zu werden: „mein Land zuerst“.

In diesem veränderten Kontext brachten die Franziskaner eine Wirtschaft voran, die eine freie persönliche Initiative fördert und im Dienst der Würde der menschlichen Person steht. Die Brüder stellten sich dem Anwachsen von gleichgültigen und utilitaristischen Beziehungen entgegen (cash nexus) und förderten die freie Kreativität und die Solidarität jedes einzelnen. Sie versuchten das soziale Kapital zu mehren und eine soziale Lösung für die Armen einzubringen. Es geht nicht um die Unterstützung eines Assistenzialismus, der „den Bedürftigen erniedrigt“ (CV 58), sondern um individuelle Verantwortlichkeit. Man will keine passiven Individuen, die ewig abhängig bleiben, sondern aktive Personen, die etwas unternehmen und sich als Akteure des sozialen Lebens fühlen, welche großzügig nach ihren Möglichkeiten einen gesellschaftlichen Beitrag leisten.

Der Akteur ist nicht ein Egoist entsprechend dem Motto: „nur der Markt“ (Kapitalismus), auch nicht ein Paternalist: „nur der Staat“ (Kollektivismus), sondern ein Mitglied der Zivilgesellschaft. Anstelle der materiellen Effizienz wird das allgemeine Glück gesucht, das nur durch Zusammenarbeit, Geschwisterlichkeit, Gegenseitigkeit, bürgerliche Tugenden und die Logik der Gabe zustande kommt.



 
 
 
 
 
 
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